Der erste Schweizer Lohnzettel ist ein kleiner Kulturschock: oben ein stolzer Bruttolohn, unten eine Abkürzungsparade. Die gute Nachricht: Hinter jeder Zeile steckt Versicherung oder Vorsorge – also Ihr eigenes Sicherheitsnetz.
Zeile für Zeile
AHV/IV/EO (5,3%) ist die staatliche Alters-, Invaliden- und Erwerbsersatzversicherung – die erste Säule. ALV (1,1%) versichert gegen Arbeitslosigkeit. NBU deckt Unfälle in der Freizeit. Und der grösste Posten, die Pensionskasse (BVG), ist kein verlorenes Geld, sondern Ihr persönliches Alterskapital – der Arbeitgeber zahlt mindestens gleich viel dazu.
Faustregeln
- Netto bleiben je nach Kanton, Alter und Lohn rund 78–85% des Brutto
- Quellensteuer-Tarifcode prüfen: A (ledig), B (verheiratet, ein Einkommen), C (verheiratet, zwei Einkommen), H (alleinerziehend)
- Falscher Tarifcode = zu viel Steuer – Korrektur beim Arbeitgeber verlangen
- 13. Monatslohn: meist im Dezember, anteilig bei unterjährigem Eintritt
Wer seine Lohnabrechnung versteht, verhandelt besser – und verschenkt keine Rückerstattung.
Prüfen Sie in den ersten Monaten besonders den Quellensteuer-Tarifcode und den Koordinationsabzug der Pensionskasse. Beides sind die häufigsten – und teuersten – Fehlerquellen für Neuzuzüger.
Grundlage: AHVG, AVIG, BVG, UVG, kantonale Quellensteuertarife. Stand Juli 2026.


